Für uns ganz selbstverständlich - für andere fast unerreichbar

 „Wenn du ins Kino gehen möchtest, gehst du einfach ins Kino“. „Wenn du ein Fußballspiel sehen möchtest, fährst du ins Stadion und siehst dir ein Fußballspiel an. „Und wenn du tanzen gehen möchtest, gehst du in eine Disco.“ Für uns ist das alles so selbstverständlich. Für etliche Menschen sind aber gerade diese Freizeitaktivitäten fast unerreichbar. Denn sie sind durch ihre Behinderung auf Begleitung, Unterstützung und Barrierefreiheit angewiesen. Was machen sie also, wenn sie ins Kino gehen möchten? Wenn sie ein Fußballspiel sehen oder tanzen gehen möchten? Sie bleiben zuhause, denn es fehlt jemand, der sie begleitet. Es fehlt jemand, der sich dafür einsetzt, dass eben diese Menschen in gleichem Maße an unserem gesellschaftlichen Leben teilhaben können, wie Menschen ohne eine Behinderung. Trotz der zahlreichen Einrichtungen der Behindertenarbeit fehlt es an allen Ecken an Personen, die sich die Zeit nehmen können und wollen, jeden Menschen mit Behinderung individuell kennenzulernen und diese zu Events zu begleiten.

Mit diesem Problem sah sich der Mittelkurs 1 ihrer Fachlehrerin Bettina Övermöhle der Fachschule für Heilerziehungspflege in Quakenbrück konfrontiert, als der Projektleiter des Projektes „Dinklusiv“ Heinz Fischer sie bat, Menschen in Wohnheimen nach ihren liebsten Freizeitaktivitäten zu befragen. Und ein noch viel größeres Thema kam damit auf den Tisch: Inklusionsangebote sind geschaffen worden, aber sie können aufgrund von Barrieren nicht erreicht werden und es bedarf einer Begleitung. Das bedeutet nicht nur die individuelle Begleitung von Menschen mit Einschränkungen, es bedeutet auch das Teilhaben lassen dieser Menschen, ohne, dass man groß darüber nachdenken muss. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass jeder Mensch uneingeschränkt Zugang zu allem hat, was die heutige Gesellschaft zu bieten hat.
Nach und nach keimte in 21 Schüler-Köpfen eine Idee, durch welche sie hoffen, jedem das Thema der Inklusion ein Stückchen mehr ins Gedächtnis rufen zu können. Es entstand ein Video. Sie befragten viele Menschen mit und ohne Behinderung was Inklusion für sie bedeutet und filmten ihre Antworten. Eine prominente Unterstützung erfuhren sie durch die Schauspielerin Susen Sideropoulos, diese erklärte sich sofort bereit mitzumachen und schickte ihren Beitrag zum Video. Die entstandenen Videos ließen sie zusammenschneiden und veröffentlichten das Ergebnis auf diversen Social media – Plattformen. Zu finden ist das Video unter anderem auf der Facebookseite (https://de-de.facebook.com/hepquakenbrueck/) der HEP Schule Quakenbrück oder bei Youtube (https://youtu.be/PCyEfB66hOo).

Mit dem Projekt wollen die Schüler die Gesellschaft aktivieren, Menschen mit Behinderung zu Sport- und Freizeitaktivitäten zu begleiten, um sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie geplant in verschiedene Regelschulen, Berufsschulen und Universitäten im Umkreis von 50 km zu gehen, um dort junge Menschen ab dem Alter von 16 Jahren zu motivieren, informieren und zu mobilisieren. Um dies ausführen zu können, nutzen sie ihr Video zum Thema Inklusion, Plakate, Flyer, Vorträge mit Power Point. Unter dem Leitspruch: „Alle machen mit- Auch Du!“ Dazu rufen sie jeden auf, seine eigene Comfort-Zone zu verlassen und sich Neuem und Ungewohntem zu stellen.

Fachschule Heilerziehungspflege Quakenbrück

 
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