Evangelische Schulstiftung - Nachricht


MO(NU)MENT MAL! Mit neuen Ideen den ländlichen Raum stärken

Hannover. Evangelisches Schulzentrum Bad Düben und Evangelische Schulstiftung in der EKD besiegeln Kooperationsvertrag

Unterzeichnet wurde der Vertrag in Wittenberg im Beisein des gesamten Lehrerkollegiums und fand hier in der Runde große Zustimmung und Beifall. Unterste Reihe, v.r.n.l.: Wolfgang von Rechenberg (Evangelische Schulstiftung in der EKD), Viktoria Frischmann (Leiterin weiterführende Schule des evangelischen Schulzentrums Bad Düben), Udo Reiss (Projektleiter), Gisbert Helbing (Vorsitzender des Trägervereins des ESZ Bad Düben) Quelle: Elbetal Fotografie

Unterzeichnet wurde der Vertrag in Wittenberg im Beisein des gesamten Lehrerkollegiums und fand hier in der Runde große Zustimmung und Beifall. Unterste Reihe, v.r.n.l.: Wolfgang von Rechenberg (Evangelische Schulstiftung in der EKD), Viktoria Frischmann (Leiterin weiterführende Schule des evangelischen Schulzentrums Bad Düben), Udo Reiss (Projektleiter), Gisbert Helbing (Vorsitzender des Trägervereins des ESZ Bad Düben) Quelle: Elbetal Fotografie

 „Unser Schulzentrum, das sich noch im Aufbau befindet, liegt in einer Region, die besonders stark von dem Thema Abwanderung betroffen ist. Gelingt es uns, durch das Projekt Antworten auf diese Problematik zu finden, profitiert sowohl die Region aber auch unser Schulzentrum davon“, Gisbert Helbing, Vorsitzender des Trägervereins des evangelischen Schulzentrums Bad Düben, erhofft sich so einiges von dem neuen Projekt, das am vergangenen Freitag im Predigerseminar Wittenberg in Kooperation mit der Evangelischen Schulstiftung in der EKD gestartet ist. Maßgeblich gefördert wird das innovative Vorhaben, das den Titel „MO(NU)MENT MAL!“ trägt, durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Mit dem Förderprogramm „LandKULTUR“, Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE), sollen kulturelle Aktivitäten und kulturelle Teilhabe in ländlichen Räumen erhalten und weiterentwickelt werden.

So nun auch in Bad Düben: Die geschichtsträchtige Kurstadt im Landkreis Nordsachsen liegt am Südrand des Naturparks Dübener Heide, dem ersten Naturpark Deutschlands. Kultur und Natur bilden den Kern des Naherholungszentrums, die Stellung als Kurort ist positiv hervorzuheben, doch auch diese ländlich geprägte Region hat mit der Abwanderung junger Arbeitskräfte und dem demografischen Wandel zu kämpfen.

Um dem fortschreitenden Attraktivitätsverlust des ländlichen Kulturraums entgegenzuwirken, haben Anfang Juli 2019 Vertreter der Evangelischen Schulstiftung in der EKD sowie des Evangelischen Schulzentrums Bad Düben einen besonderen Kooperationsvertrag unterzeichnet:  Mit Hilfe eines modellhaften Projektvorhabens soll das historische Kulturerbe der Region für die Nachwelt bewahrt und mit neuen Ideen im Bildungsalltag verankert werden. Den im Ort lebenden Menschen sollen durch Schüler*innen, als ehrenamtliche Kulturlotsen ausgebildet, neue Zugänge zu Denkmälern und damit eine neue Sicht auf den sie umgebenden Kulturraum eröffnet werden. Während des zweijährigen Projektes werden zunächst die jungen Menschen für die Bedeutung des kulturellen Erbes ihrer Heimatregion sensibilisiert. Daran anknüpfend sollen von den Schüler*innen unterrichtsbezogen Geschäftsideen erarbeitet werden, mit denen Schülerfirmen das kulturelle Erbe für alle Generationen interessant und zugänglich machen. Hierfür ist eine zielgerichtete Vernetzungsarbeit der Schule in der Region erforderlich, die fächerübergreifende Lerninhalte der Schule genauso einbezieht, wie die Fachkunde der Kirchengemeinde, der örtlichen Verwaltung mit ihrer Tourismusinformation und des Vereins Museumsdorf Dübener Heide.

„Wir möchten die Ergebnisse gern auf andere Schulen und Regionen übertragen, da sich viele unserer Schulen in ländlichen Räumen befinden. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns die Resultate des Projektes insgesamt helfen werden“, bekräftigt Wolfgang von Rechenberg, Mitglied des Vorstands der Evangelischen Schulstiftung in der EKD, die Strahlkraft des Projektes auf andere Regionen und Schulen. Auch Viktoria Frischmann, Schulleiterin der weiterführenden Schulen des ESZ sieht dies so: „Das Thema des Projektes knüpft genau an unsere bisherigen Inhalte im Bereich der landschaftlichen Bildung an und kommt für uns genau zur richtigen Zeit.“

Während die Schüler*innen sich zunächst in die Ferienzeit verabschieden, beginnt die Arbeit des neuen Projektleiters Udo Reiss, denn ohne zusätzliche personelle Unterstützung ist das nachahmenswerte Vorhaben „MO(NU)MENT MAL!“ nicht zu managen.  Der gebürtige Wittenberger und Ortsbürgermeister des Bad Dübener Ortsteils Tornau ist zugleich ehrenamtlich im Förderverein de ESZ Bad Düben engagiert. Im Naturpark Dübener Heide war er bisher für das Thema Umweltbildung verantwortlich. Reiss ist in der Region gut vernetzt, eine optimale Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des neuen Projektes. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Kollegium und den Kindern“, betont Reiss, „und bin überzeugt davon, dass das Projekt von Allen mitgetragen wird und erfolgreich verlaufen wird.“


Über die Evangelische Schulstiftung in der EKD

Die Evangelische Schulstiftung stärkt gute Schule in evangelischer Trägerschaft bundesweit. Als wesentlicher Akteur vernetzt und fördert sie evangelische Bildungsträger zur Gründung von Schulen, zur Erhöhung der Bildungsqualität und zur Schärfung des evangelischen Profils. Dieses schließt ausdrücklich eine Werteorientierung im Sinne einer demokratischen Dialogfähigkeit und eines empathischen Miteinanders ein. Evangelische Bildung wirkt gesamtgesellschaftlich orientierend und ist eine wichtige Stütze zur Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen von morgen. Die Schulstiftung tritt für einen Trägerpluralismus ein und ist durch ihre Netzwerkstruktur ein Garant für einen nachhaltigen Einsatz von Fördergeldern.

Über das Evangelische Schulzentrum Bad Düben

Das Evangelische Schulzentrum vereint Grundschule, Oberschule und Gymnasium. Die Schwerpunkte des Konzeptes liegen auf dem inklusiven Zusammenleben dem handlungsorientierten Unterricht sowie der Gestaltung eines rhythmisierten Tagesablaufes mit Ganztagsangeboten. Das Schulzentrum vermittelt Bildung nach reformpädagogischen Konzepten, in deren Zentrum die individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen steht. Leben und Lernen gehören zusammen, genau wie Bildung und Werte. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine erfüllte Schulzeit zu ermöglichen und sie mit der Fähigkeit und Motivation auszurüsten, ihr Leben und ihr Umfeld positiv zu gestalten. Neben der Wissensvermittlung ist die Entwicklung von Sozial-, Methoden- sowie Handlungskompetenzen von grundlegender Bedeutung. Auf diesen Grundlagen baut das Schulzentrum mit einer soliden und zeitgemäßen Ausrichtung auf, dass eine sichtbare Verankerung individueller Lernelemente/selbst organisiertes Lernen in allen drei Schularten verbindlich aufnimmt und das evangelische Profil erkennbar in vielfacher Ausdifferenzierung platziert.