Evangelische Schulstiftung - Nachricht


„Mir ist aufgegangen, wie viel hier noch brach liegt.“

Abschlussveranstaltung der Sonderförderung „Integration im Schulalltag gestalten“ in Berlin.

Foto: ©Jacobia Dahm – Lehrkräfte aus der  Ev. Berufsfachschule für Altenpflege Bamberg tauschen sich über ihre Rolle an der Schule aus.

Foto: ©Jacobia Dahm – Lehrkräfte aus der Ev. Berufsfachschule für Altenpflege Bamberg tauschen sich über ihre Rolle an der Schule aus.

18 Lehrerinnen und Lehrer und vier Schülerinnen und Schüler sind in der bakd in Berlin zusammen gekommen, um zu Vorurteilen und Identität, zur eigenen Rolle und den vielen Fragen im Schulalltag, die mit der Aufnahme und Beschulung von Geflüchteten einher gehen, zu diskutieren.

Knapp zwei Jahre haben die sechs geförderten Schulen nun mit Geflüchteten gearbeitet – und sind dabei weit gekommen: An allen Schulen haben mittlerweile die ersten der 2015/16 aufgenommenen Schülerinnen und Schüler Abschlüsse gemacht. Erfolgsgeschichten gibt es viele, vor allem aber wird in den begeisterten Erzählungen der Lehrkräfte von „ihren“ Schülerinnen und Schülern deutlich, dass sich die Projektnamen wie „Wegbegleiter“ oder „SEIL- Schaffung eines interkulturellen Lernraums“ mit Leben gefüllt haben.

Gleichzeitig betonen alle beteiligten Schulleitungen, dass die Lernkurve hoch war: „Anfangs wussten wir nicht genau, was wir tun“, sagt Peter Aichelin vom Evangelischen Schulzentrum in Michelsbach „zu vielen Themen haben wir erst nach und nach Expertise aufgebaut.“  Aber Vorurteile zu vermeiden hatten sie von Anfang an im Blick - so nennen die Michelsbacher ihre unbegleiteten Flüchtlinge im Internat nicht „DaZ-Schüler“, sondern sprechen von der „Internationalen Klasse“. „Wenn wir nochmal von vorne anfangen würden, würden wir noch mehr auf vorhandene Sprachkenntnisse und Sprachförderung achten. Gleichzeitig fühlen wir uns ermutigt, die den Schüler*innen innewohnende Ressourcen vermehrt auch in anderen Sprachen freizusetzen.“ Resümiert Annika Schmale zum Ende des Projekts. „Integration im Schulalltag macht Arbeit. Und das ist gut so. Denn auch anderes Gutes macht immer Arbeit: Bildung, Gemeinschaftsförderung, Entwicklung. Damit Arbeit gelingen kann, sind Ressourcen eine ganz wichtige Voraussetzung. Dazu war die Sonderförderung der Evangelischen Schulstiftung sehr hilfreich.“

Die Sonderförderung „Integration im Schulalltag gestalten“ der Evangelischen Schulstiftung in der EKD wurde 2017 als Folgeförderung zu „Ich bin ein Fremder gewesen…“ ausgeschrieben und hatte ein Fördervolumen von über 1.000.000 €. Neben Infrastruktur, DaZ-Material und Ausgaben für kulturelle Bildung lag das Groh der Kosten bei Personalkosten für Schulsozialarbeiterinnen, DaZ-Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeiterinnen. Für den November 2019 ist eine Abschlusspublikation geplant.

Friederike Goedicke, ESS EKD, Fachbereichsleitung für Inklusion und Integration